Das italienische Windspiel ist der kleinste und kapriziöseste Vertreter der Windhunde. Es ist die einzige Rasse, der die altdeutsche Bezeichnung "Windspiel", die generell für jeglichen Windhund verwendet wurde, im Rassenamen erhalten geblieben ist.
Das Windspiel sucht stets die Nähe zum Herzen.
Allgemeines
Als Alleinunterhalter unter den Windhunden wird der zarteste und kleinste Vertrter der FCI Rassegruppe 10 gern bezeichnet, d. h. ein Windspiel hat man niemals so nebenbei. Das Windspiel liebt die Annehmlichkeiten des Lebens, besonders die feine Gesellschaft von Artgenossen oder die ständige Zusprache seines geliebten Meisters. Die filigranen Tierchen, die jederzeit alles daransetzen bei ihrem Besitzer möglichst auf den Arm zu sitzen, springen dazu auch hinauf, überall und in jeder Situation .... natürlich aus dem Stand. Es sind kokette und auf Aufmerksamkeit bestehende energische kleine Windhunde, die ihren Kopf durchsetzen um den Komfort zu erlangen, der ihnen gemäß ist.
Das hochgezüchtete, feingliedrige Geschöpf sieht sehr zerbrechlich aus, hat aber ein robustes Gefüge und ist bei guter und sorgfältiger Zucht und Aufzucht in der Lage wie ein "großer" Windhund ein Hunderennen zu bewältigen. Windspiele laufen über die Distanz von 450 m. Das Windspiel ist seit 1971 auf der Rennbahn zugelassen und schafft hier bis zu 42 km/h. Ebenso haben Windspiele viel Spaß an Agility, da ihnen das Bewältigen neuer Herausforderungen zusammen mit ihrer Bezugsperson viel Freude bereitet.
Die Zahl der Liebhaberzüchter ist extrem klein, denn die Zucht dieser widerstandsfähigen aber anspruchsvollen Hunde, mit einer Schulterhöhe zwischen 32 cm und 38 cm, ist mehr als eine Herausforderung . Extreme Größenbeschränkung und Farbvorschriften sind nur zwei Punkte, die als Erschwernis herauszustellen sind und durchnittlich 30-40 Welpen im Jahr in Deutschland resultieren aus den Zuchtbemühungen.
Ursprung und Geschichte
Das kleine Italienische Windspiel stammt von den kleinwüchsigen Windhunden ab, die es bereits am Hofe der Pharaonen im alten Ägypten gab. Über Lakonien (Griechenland), wo es durch zahlreiche Abbildungen auf Vasen und Trinkschalen belegt ist, kam die Rasse ab dem fünften vorchristlichen Jahrhundert nach Italien. Seine größte Verbreitung fand es während der Renaissance an den Höfen des Adels. Nicht selten findet man das Italienische Windspiel auf den Gemälden der größten italienischen und ausländischen Meister abgebildet.
Das, was wir heute unter der Rassebezeichnung italienisches Windspiel kennen ist eine "Neuauflage" der kleinen Miniaturwindhunde nordafrikanischen Ursprungs und hat nichts mit den okzidentalen Windhunden wie Greyhound und Whippet gemein, weder in der Erscheinung noch im Charakter. Italien hat den Anspruch angemeldet für das italienische Windspiel als Herkunftsland verantwortlich zu sein.
Seit dem gilt unser modernes Windspiel offiziell als italienischen Ursprungs und man begründet den Zusammenhang damit, daß Julius Caesar diese kleinen Windhunde einst von der ägyptischen Königin Cleopatra zum Geschenk erhielt und mit nach Italien brachte.
Tatsächlich erinnert die Gesamterscheinung des italienischen Windspiels deutlicher an die Verwandtschaft zum afrikanischen Sloughi als mit dem in der Größe näher kommenden englischen Whippet. Aber auch die Wesenseigenschaften der italienischen Windspiele erinnern mehr an die orientalischen Windhundrassen als an die anpassungsfähigen Whippets und Greyhounds.
Wesen und Temperament
Nichts darf dem italienischen Windspiel entgehen und es schafft sich seinen Lebensraum, so wie es das Hündchen braucht. Die Windspielliebhaber wissen, wer das Kommando in der Mensch-Windspiel-Beziehung führt. Ein Windspiel in der Meute hat wenig Angst vor Gegnern. Gegenüber Fremden ist es reserviert, gegenüber fremden Hunden kann es recht frech und angriffslustig sein, obwohl es sich in einer heimischen Meute mit anderen Hunden recht wohl fühlt.
Im Freien laufen Windspiele (bei guter Erziehung) neben ihrem Besitzer bei Fuß. Viel mehr schätzt das italienische Windspiel aber die enge Nähe seines Besitzers oder ruht im Bett . Windspiele sind echte Sonnenanbeter und lieben warme Temperaturen, obwohl sie auch bei entsprechender Aufzucht kein Mäntelchen brauchen, aber bei Kälte unbedingt in Bewegung sein müssen.
Auch mit Kindern kommt ein Windspiel gut zurecht wenn von Anfang an die Bedürfnisse des Hundes berücksichtigt werden. Dann kann sich zwischen Kind und Hund eine echte kameradschaftliche Zuneigung entwickeln die Kind und Hund gleichermaßen genießen.